Brief des Geschäftsführers
Die Bilanz des Aprils und die Perspektiven für Mai 2025 stellen uns vor eine klare Realität: Die Logistik in Spanien durchläuft einen Expansionszyklus mit außerordentlichen Chancen – aber auch mit Spannungen, die strategischen Weitblick, Resilienz und Anpassungsfähigkeit erfordern. Als Geschäftsführer von Logistics Express möchte ich meine Markteinschätzung und den Weg teilen, den wir für ein nachhaltiges Wachstum eingeschlagen haben.
Bilanz des vergangenen Monats
Im April wurden bedeutende Logistikinvestitionen bestätigt. Hervorzuheben ist das Baraka-Projekt in Antequera, das diesen Standort als einen der wichtigsten Knotenpunkte der Iberischen Halbinsel festigt. Cadena SER berichtete über den Erwerb von Logistikflächen für Plattformen der nächsten Generation – was einen wachsenden Wettbewerb in Andalusien und einen strategischen Pol für multimodalen Transport ankündigt.
Gleichzeitig verschärft sich der Druck auf logistisches Fachpersonal. El Economista schätzt, dass Spanien in den kommenden Jahren zwischen 11.500 und 17.500 neue Fachkräfte benötigen wird. Diese Zahl spiegelt eine strukturelle Herausforderung wider: die Lücke zwischen der wachsenden Digitalisierung des Sektors und der tatsächlichen Verfügbarkeit qualifizierter Profile für deren Management.
Auf normativer Ebene schreiten die Anpassungen in Umweltfragen voran. Emissionsvorschriften und Standards für sauberen Stadtverkehr werden in Brüssel und Madrid weiterentwickelt, während im Zollbereich die Implementierung von NCTS Phase 5 und AES fortgesetzt wird – mit Dokumentations- und Kontrollanpassungen, die zusätzliche Anforderungen an Operateure stellen.
Schließlich hat die Geopolitik den maritimen Handel erneut unter Druck gesetzt: Die USA kündigten die Priorisierung des Hafens Tánger-Med gegenüber Algeciras an. Diario AS berichtete über die Implikationen dieses Schrittes, der Verkehrsströme verschieben, Kosten verändern und spanische Operateure zur Neubewertung strategischer Routen zwingen könnte.
Auswirkungen auf Logistics Express
Bei Logistics Express zwingen uns diese Faktoren, in drei zentralen Dimensionen aktiv zu werden:
- Territoriale Expansion: Wir erkunden Investitionsmöglichkeiten bei Plattformen in der Nähe strategischer Knotenpunkte (Antequera, Valencia, Algeciras), um Kapazitäten zu erweitern und unser multimodales Netzwerk zu stärken.
- Talentmanagement: Wir haben interne Weiterbildungsprogramme, Kooperationen mit Logistik-Berufsschulen und Programme zur Gewinnung junger Talente aktiviert. Wir wollen ein Unternehmen werden, das für alle attraktiv ist, die Stabilität und berufliche Entwicklung in der Logistik suchen.
- Resilienz gegenüber maritimen Spannungen: Wir verfolgen genau die Auswirkungen der US-Entscheidung zugunsten von Tánger-Med auf Algeciras. Wir diversifizieren maritime Anbieter und stärken die Verbindung mit alternativen Häfen, um die Kontinuität für unsere Kunden zu gewährleisten.
Ceuta
Ceuta wartet weiterhin auf die Entwicklung der Handelszölle mit Marokko. Das Fehlen klarer Fortschritte zwingt Logistics Express dazu, Seerouten als primäre Alternative beizubehalten und für Kunden, die von diesem Standort abhängen, agile Dokumentationslösungen anzubieten.
Melilla
Melilla profitiert vom schrittweisen Fortschritt bei der zollrechtlichen Öffnung gegenüber Marokko. Auch wenn dieser noch in den Anfängen steckt, erarbeiten wir gemeinsam mit Kunden standardisierte Verfahren, die es uns ermöglichen, Marktanteile zu gewinnen, sobald der Fluss sich normalisiert.
Gibraltar
In Gibraltar hält die regulatorische Unsicherheit an, doch wir bereiten uns mit Anpassungsplänen vor. Die Herausforderung wird darin bestehen, Kunden in einem Umfeld zu begleiten, in dem die Zollpolitik von noch offenen Verhandlungen abhängt.
Balearen und Kanarische Inseln
Auf den Inseln ordnet die mögliche endgültige Konsolidierung zwischen Baleària und Armas weiterhin Routen und Tarife neu. Logistics Express führt Verhandlungen mit Operateuren, um stabile Kapazitäten und wettbewerbsfähige Tarife in beiden Archipelen zu sichern.
Persönliche und unternehmerische Sicht
Logistikexpansion ist kein Selbstzweck: Sie muss nachhaltig, menschlich und strategisch sein. Persönlich bin ich überzeugt, dass die Talentherausforderung ebenso wichtig ist wie die Infrastrukturherausforderung. Ohne ausgebildete und motivierte Menschen ist keine Logistikplattform wirklich wettbewerbsfähig.
Mein Engagement ist es, sicherzustellen, dass Logistics Express nicht nur in Quadratmetern Lagerfläche wächst, sondern auch in Humankapital, Vertrauen und Resilienz.
Blick in die Zukunft
In den kommenden Monaten werden unsere Prioritäten sein:
- In strategische Knotenpunkte investieren, die unser multimodales Netzwerk im Süden und an der Levanteküste der Halbinsel stärken.
- Talente gewinnen und ausbilden mit eigenen Programmen und Bildungskooperationen.
- An maritime Veränderungen adaptieren, die sich aus der Priorisierung von Tánger-Med gegenüber Algeciras ergeben.
- Neue Umweltanforderungen erfüllen, ohne an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen.
Die spanische Logistik befindet sich mitten in einem Transformationsprozess, und Logistics Express möchte ein Hauptakteur dieses Wandels sein. Kontaktieren Sie uns, um über Projekte, Allianzen oder maßgeschneiderte Lösungen zu sprechen.
MJ
Geschäftsführer – Logistics Express